Andacht - Neues Projekt

Burg bei Magdeburg
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Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leser unseres Gemeindebriefes!

Viele seelische Nöte kommen daher, dass es mehr und mehr Menschen gibt, die von morgens bis abends keinen Gesprächspartner haben. Umfragen haben ergeben, dass in jeder Altersstufe die Anzahl der Menschen steigt, die von sich sagen: ich fühle mich einsam. Das ist längst kein seelisches Problem mehr, sondern greift auch die körperliche Gesundheit an. Eine Frau mit chronischem Husten, von unzähligen Ärzten behandelt, hat von einer Psychologin einmal den Rat bekommen: gehen sie aus dem Haus und suchen sich eine Gruppe, wo sie auf andere Leute treffen. Und nach langem Zögern hat sie sich aufgemacht. Dann ist tatsächlich was in Bewegung gekommen und ihr ganzes Immunsystem hat wieder langsam begonnen zu arbeiten.

Fachleute sprechen inzwischen davon, dass Einsamkeit eine Epidemie im Verborgenen ist. Wie eine Seuche breitet es sich in unserer westlichen Gesellschaft aus und macht die Menschen von innen her krank. Und dann braucht es die Erkenntnis: Ich bin nicht nur dauernd krank, ich bin einsam! Da muss ich beginnen, was zu verändern. Eine amerikanische Universität hat eine Studie über Einsamkeit gemacht und das Ergebnis war: Einsamkeit schwächt die Gesundheit so stark wie das Rauchen von 15 Zigaretten pro Tag. Das kann man auch medizinisch und psychologisch erklären. „Menschen mit großem Freundeskreis schütten offenbar mehr körpereigene Endorphine aus“, ein körpereigenes Opiat, das hilft Schmerzen zu verarbeiten. Ein Psychiater sagt es sogar noch drastischer: Einsamkeit ist eine bisher unbekannte Krankheit, schmerzhaft, ansteckend und tödlich.

Kampf gegen die Einsamkeit! Weil man erkannt hat, dass es ein Teufelskreis ist: wer einmal sich von anderen Menschen zurückgezogen hat, findet 1000 Gründe, warum er nicht wieder in eine Gemeinschaft zurückkommt. Und damit sind nicht körperliche Handicaps gemeint, wer etwa nicht mehr richtig laufen kann oder keine Stufen mehr steigen kann.

In vielen Fällen sind es die eigenen Gedanken, die jemanden hindern, sich in Gemeinschaft zu begeben: Die andern sind doof, oder wollen mich gar nicht. Die passen nicht zu mir oder ich pass da nicht rein. Ich bin ja eine Zumutung für die. Na klar! Jeder Mensch ist eine Zumutung! Wir müssen uns so, wie Gott uns geschaffen hat einander zumuten! Das ist das Leben! Und ja, unter den anderen gibt es Menschen, die uns nicht auf den ersten Blick sympathisch sind, aber sie sind allemal besser, als mit keinem Menschen mehr zu sprechen!

Die Bibel beginnt schon mit den Worten: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Da steht nicht: Es wäre gut, wenn der Mensch sich andere sympathische, gutaussehende Freunde sucht!
Keine Organisation der Welt und keine Kirche oder Gemeinde kann dem Einzelnen den Schritt in die Gemeinschaft hinein abnehmen. Die Kirchen können wunderbare Orte der Gemeinschaft sein. Gemeinschaft und auch Kirche lebt davon, dass sich jeder aufmacht und Gemeinschaft sucht.

Bald ist der aktuelle Bauabschnitt an unserer St. Nicolaikirche fertig. Dann lädt auch St. Nicolai wieder zu regelmäßigen Gottesdiensten und Konzerten ein. Ein Grund mehr, sich aufzumachen! Und bis zum 7. Oktober lädt der Kirchenpavillon auf der Landesgartenschau noch zu täglichen Andachten und Veranstaltungen ein. Es gibt so viele Möglichkeiten! Und Gemeinschaft lebt von uns allen!

                                                                                                                                                                                                                                                            Ihr Pfr. Peter Gümbel
 
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