Andacht - Neues Projekt

Burg bei Magdeburg
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Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser unseres Gemeindebriefes!

Gartentore, Hoftore, Garagentore… manche Tore öffnen wir am Tag mehrmals, wenn wir unser Grundstück verlassen oder wieder nach Hause kommen. Und am Abend fragt einer den anderen: hast du schon das Tor zugemacht? Ein Tor hat zwei Aufgaben. Einerseits soll ein Tor ein Grundstück abschließen und dafür sorgen, dass Haus und Hof geschützt sind. Andererseits soll ein Tor sich öffnen lassen und eine möglichst große Einfahrt frei geben. Zur Wohnung meiner Eltern gehörte früher ein kleines Grundstück bei Rheinsberg. Bevor wir zu Besuch kamen, öffneten sie immer weit das Tor und das sollte heißen: kommt bitte gleich reingefahren und lasst das Auto nicht auf der Straße stehen. Ein Zeichen des Willkommens!
Wenn ich heute abends nach Hause komme und unser Tor zumache, kann es sein, dass meine Kinder noch mit dem Fahrrad unterwegs sind und sie es dann nicht schön finden, wenn sie sich selbst das Tor noch einmal öffnen müssen. Ein geschlossenes Tor zeigt mir, dass niemand mit mir gerechnet hat.
Tore sind nicht nur praktisch, sie zeigen auch Offenheit und Verschlossenheit, Willkommen und Schutz.
Das Tor auf dem Gemeindebrief gehört zur neuen Einfriedung, die der Friedhof und das Kirchengrundstück in Parchau in diesem Jahr bekommen hat. Der Gemeindekirchenrat Ihleburg-Parchau hat sich viele Gedanken über die Gestaltung gemacht und hofft, dass die Tore einladend sind und den Grundstücken einen würdigen Abschluss geben. Man soll durchschauen dürfen und sehen können, dass der Weg hinter dem Tor weiter geht und jeder willkommen ist. Gleichzeitig sollen Ruhe und Andacht auf dem Friedhof und rund um die Kirche auch geschützt werden.
Der Schutz der Andacht und das Willkommenheißen der Gäste gehören auch hier zusammen.
Das Wort aus dem 24. Psalm „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“ ist in unserem Adventlied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ vertont worden. Es gehört zu den bekanntesten Liedern unserer Adventszeit. Es ist eine Einladung, die Tage des Advents als ein ganz besonderes Grundstück zu betreten. Ein Grundstück mit einem Weg und erst am Ende steht das weihnachtliche Haus. Am 1. Advent wird noch nicht der Weihnachtszeit Hof und Tor geöffnet, sondern es ist noch ein Stück Land dazwischen. Weihnachten muss nicht mit der Tür ins Haus fallen, es sind ein paar Schritte bis dahin. Und dieser Weg durch den Advent will geschützt und gepflegt werden. Die Andacht dieser Tage braucht eine „Einfriedung“, die uns vor zu viel weihnachtlichem Trubel bewahrt. Jeder ist willkommen, aber nicht alles ist schon dran.
Damit ist die Adventszeit auch eine gute Zeit dafür, sich auf Wege einzulassen, Neuland zu betreten und noch nicht gleich Ergebnisse zu erwarten. Wir haben in allen Gemeinden neue Gemeindekirchenräte gewählt. Sechs Jahre gemeinsamer Arbeit liegen vor uns. Da gibt es Ideen und Erwartungen, Projekte und Wünsche, die gern umgesetzt werden sollen. Und dazu wünsche ich uns viel Tatkraft und Gottes Segen! Die Gemeinden sollen gern an die Kirchenältesten herantreten und ihre Vorstellungen und Bitten anbringen! Das bereichert unsere Arbeit. Aber wir sollten uns auch Zeit nehmen, das Tor zu dieser neuen Zeit ganz behutsam zu öffnen und uns gut umsehen. Wo stehen wir? Welche Wege öffnen sich vor uns? Was wollen wir neu gestalten? Wo liegt Arbeit brach? Wenn wir mit Umsicht unsere Arbeit beginnen, kann viel geschehen und entstehen, wovon wir heute vielleicht noch nichts ahnen.
Dazu lädt uns der Advent ein: einzelne Schritte gehen und den Weg ganz bewusst wahrnehmen. So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Ihr Pfr. Peter Gümbel
 
 
 
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