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Das Gleichnis vom Feigenbaum
 
Jesus erzählte einmal dieses Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? Der Gärtner aber antwortete un sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn herum grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab. (Lk 13,6-9)

Zwei Meinungen treffen in diesem Gleichnis aufeinander und Jesus lässt offen, wie die Geschichte ausgeht. Welche Meinung setzt sich durch? Welche Stimme wird am Ende gehört? Wer kann wen überzeugen?
 
Kennen wir diese zwei Meinungen? Haben wir sie schon gehört? Sind es vielleicht zwei Stimmen, die auch in uns manchmal verschiedene Sichtweisen widerspiegeln?

Die erste Stimme sagt: es hat ja doch keinen Sinn! Das rechnet sich nicht! Ich habe lange genug Geduld gehabt. Jetzt reicht es! Es bringt ja doch nichts! Das ist die Stimme der Enttäuschung und der Resignation.
 
Die zweite Stimme sagt: Lass uns noch etwas Geduld haben! Die Sache braucht noch Zeit. Ein bisschen Lockerheit tut gut! Wir müssen dem Problem an die Wurzel gehen. Das ist die Stimme der Zuversicht und der Ermutigung.
 
Oft genug ist die erste Stimme die herrschende und uns beherrschende Stimme. Vielleicht gibt Jesus deshalb dem Weinbergbesitzer diese Stimme. Ihm gehört das alles. Er kann entscheiden. Er bestimmt, wo es langgeht.
Die zweite Stimme ist die Stimme des Gärtners. Er hat Ahnung, aber muss sich mit guten Argumenten Gehör verschaffen. Er kann viel bewirken, wenn er seine Stimme einbringt und stark macht. Sonst ist er machtlos.
 
Jesus lädt uns ein: Lass den Gärtner in dir sprechen. Gib dem Gärtner in dir deine Stimme. Und sieh, was geschieht. Es gibt keine Garantie auf einen guten Ausgang. Aber versuche es! Gegen alle Enttäuschung und Resignation: mach die Stimme der Zuversicht und der Ermutigung stark.
 
So weckt Jesus den Gärtner in uns! Über diese Geschichte haben wir bei einer Andacht auf der Landesgartenschau in Torgau nachgedacht. Denn auch jede Landesgartenschau will den Gärtner in uns ansprechen und die Möglichkeiten des Gärtners sichtbar machen.
 
Mit einem Reisebus haben wir uns von Burg und den Dörfern auf den Weg gemacht nach Torgau. Natürlich waren wir gespannt, da die Landesgartenschau in Burg 2018 noch gut in Erinnerung ist. Welche Ideen hat man in Torgau umgesetzt? Wie präsentiert sich Stadt und Gartenschaugelände? Wie ist das Kirchenangebot auf der Gartenschau?

Zwei Gästeführerinnen haben uns fachkundig durch das Gartenschaugelände und durch die Torgauer Geschichte geführt. Ein alter Festungswall, die Nähe zur Elbe, viel Renaissance in Stadt und Schloss und zwischendurch die blühenden Beete. Das alles hat Eindruck gemacht.
Manches wirkte auf uns jedoch eher bescheiden und lieblos. Besondere Blumenarrangements und seltene Pflanzen suchten wir vergeblich. Vielleicht gingen die Gästeführerinnen auch deshalb kaum auf die Pflanzungen ein. Sicher ist viel Infrastruktur in Torgau geschaffen worden. Aber der Gartenfreund kam dabei doch etwas zu kurz.

Sehr schön war unser Aufenthalt im Kirchenwäldchen. Nicol Speer begrüßte uns als Koordinatorin des Kirchenangebots auf der LAGA und das war für viele von uns ein herzliches Wiedersehen. Wir haben viel von ihr erfahren, was im Kirchenwäldchen läuft und dann gemeinsam Andacht gefeiert. Ein schönes schattiges Plätzchen mit vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten. Aber auch das Kirchenwäldchen stach nicht durch schöne Blumenbeete oder besondere Pflanzen ehrvor.
 
Höre ich da die Stimme der Enttäuschung? Vielleicht! Deshalb will ich dem Gärtner in mir mehr Raum geben, der sagt: es ist doch keine Blumenschau! Es ist eine Gartenschau und Garten ist so viel mehr, als nur Blumen und Pflanzen. Garten, das sind auch die alten großen Bäume, das Laub auf der Wiese und der Blick über den Gartenzaun. Und der Blick über den Gartenzaun, den konnten wir bei unserem Ausflug sehr genießen.

                                                                                                                 


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