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Podcast-Predigt von Vikar Tim Dornblüth zur Jahreslosung und anlässlich des Heiligen-Drei-Königs- bzw. Epiphanias
Herzliche Einladung zu den nächsten Gottesdiensten für den Pfarrbereich Burg:

Samstag, 31.12.2022, Altjahrsabend
*17:00 Uhr, Burg, Kirche „Unser Lieben Frauen“, Musikalische Andacht (Kirchenmusikerin Cornelia Frenkel, Pfr. i.R. Joachim
Gremmes)  

Freitag, 06.01.2023, Epiphanias
*10:00 Uhr, Hohenwarthe, Dorfkirche, Regionalgottesdienst (mit Pfarrerin Sandra Trottner; Predigt: Vikar Tim Dornblüth)

Sonntag, 08.01.2023, 1. Sonntag nach Epiphanias
* 11:00 Uhr, Burg, Kirche „Unser Lieben Frauen“ (mit Pfarrer i.R. Joachim Gremmes)  

Liebe Leserinnen und Leser. Ich habe Ihnen diesmal wieder eine kleine Geschichte geschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

Dienstag, 16 Uhr. Sitze im Burger Flickschupark und schaue auf die spiegelglatte Wasseroberfläche. Die untergehende Sonne bildet kleine goldene Reflexe darauf. Ich genieße die Aussicht mit einer Flasche alkoholfreiem Bier. Da setzt sich einer neben mich. „Watt is’n mit dich los?“, fragt er mich. Ich drehe mich nach rechts: Neben mir sitzt Jesus. „Wieso?“, frage ich. „Trinkst du jetzt alkoholfrei?“, fragt Jesus. „Ja“, sage ich, „um die Heizkosten der Kirchen zu Weihnachten zu decken, hatte ich’n Werbevertrag mit’nem Glühweinhersteller gemacht. Jetzt brauch ich zur Abwechslung mal was anderes.“ „Ehrlich?“, fragt mich Jesus. Ich grinse ihn an: „Nee, war’n Scherz. Ich trink ab und zu einfach ganz gerne ein ‚alkoholfrei‘. Und ich will den Teens hier kein schlechtes Vorbild sein.“ „Deshalb böllerst du auch nicht? Wobei: Hast du das überhaupt schon mal gemacht?“, fragt mich Jesus. „Natürlich nicht. Ich weiß nicht mal, wie man ‚Kartoffelkanone‘ schreibt“, scherzlüge ich und grinse. Jesus erkennt es als Scherzlüge und fragt nicht weiter nach. Gut, er weiß es ja auch sowieso… Wir schweigen eine Weile und schauen aufs Wasser. Irgendwann sage ich: „Was für’n Jahr, oder?“. „Was meinst du?“, fragt Jesus. „Naja… 2022. Mit den ganzen neuen Krisen, ohne dass die alten schon weg wären. Das kannste ja eigentlich nur in alkoholfreiem Bier ertränken.“ „Naja“, sagt Jesus, „in meinem Alter sieht man das alles ein bisschen gelassener. Mit über 2000 Jahren“. „Dafür haste dich aber gut gehalten“, sage ich und zwinkere. Dann frage ich: „Aber muss man erst 2000 Jahre alt werden, um gelassener mit Krisen umzugehen?“ „Nö“, sagt Jesus, „man kann auch einfach singen“. Dann beginnt er, so laut zu singen, dass selbst die Menschen, die an der Pestalozzi-Schule wohnen, das noch hören: „Bis hierher hat dich Gott gebracht/Durch seine große Güte…“ „Bis in den Flickschupark mit einer Flasche alkoholfreiem Bier, nachdem ich ausschlafen konnte, und mir nachher noch eine Pizza bestellen kann? Ach ja. Und einem Zug hierher, der heute mal pünktlich war?“, frage ich. „Genau. Könnt’ doch schlimmer sein, oder?“, fragt Jesus. Ich überlege. Dann sage ich: „Stimmt, könnte schlimmer sein.“ „Danke für das Lob“, sagt Jesus. „Wieso?“, frage ich. Jesus erklärt: „‚Könnte schlimmer sein.’ Das ist das größte Lob, was man von einem Burger kriegen kann.“ „Das stimmt wiederum nicht“, sage ich, „für manche anderen schönen Sachen, die ich in diesem Jahr noch so erleben durfte, bekommst du das allergrößte Burger Lob“. „Und das ist?“, fragt Jesus. „Haste jut jemacht“, sage ich. Und naja… ist dann noch ein schöner Abend geworden.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche auch Ihnen Dankbarkeit für die kleinen und großen Freuden, die es in diesem Jahr sicher auch in Ihrem Leben gab. Und vielleicht auch jetzt gerade da sind — zum Beispiel eine heiße Tasse Kaffee. Oder ein alkoholfreies Bier…

Ihr Vikar Tim Dornblüth.
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