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Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat!“

Es gibt Situationen, da sind die guten Erfahrungen des Lebens wie unter einer schweren Decke unsichtbar. Eine schwere Decke aus Sorgen, aus Zukunftsangst oder Kummer. Und da scheint alles Gute ganz weit weg. Und nur, was mich gerade bedrückt, ist noch da und ist so übermächtig da, dass es alle Freude zu ersticken droht.

Der 103. Psalm lädt zu einem Perspektivenwechsel ein: … vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat. Es ist wie ein Gedankentraining. Trainiere deine Gedanken, dass sie das Gute in deinem Leben festhalten. Trainiere deine Erinnerungen, dass sie das Gute in der Vergangenheit nicht vergessen. Dann wirst du auch in allen Sorgen und Problemen der Gegenwart den Glauben an das Gute nicht verlieren.

Dieses Gedankentraining kann nur jeder ganz persönlich für sich machen. Man kann nicht sagen, weil ich eine gute Erfahrung gemacht habe, wird es für dich auch gut werden. Das wäre vermessen. Das wäre auch falsch.  

Es geht nicht darum, etwas herbeizureden. Und beweisen kann auch niemand, was in der Zukunft liegt. Aber jede und jeder kann für sich selbst die eigenen Gefühle und Gedanken auf das Gute lenken, indem man gute Erfahrungen für sich selbst festhält und damit den eigenen Glauben an das Gute im Leben stärkt.

Ein persönliches Beispiel: Detershagen hat eine kleine Kirchengemeinde. Im Gottesdienst sind es oft nur 4 Besucher. Vor einem halben Jahr bekam ich einen Anruf: da wollte eine Frau aus Detershagen Nistkästen für Schleiereulen im Kirchturm anbringen. Na, dachte ich, das ist zwar eine schöne Idee, aber wer soll das machen?  

Aber diese Frau setzte alle Hebel in Bewegung, mobilisierte das halbe Dorf und in wenigen Monaten hingen die Kästen im Turm. Inzwischen kümmert sich ein Verein um die ganze Sache und unlängst hat dieser Verein ein tolles Konzert in der Kirche veranstaltet. Das ist eine Erinnerung, die ich für mich festhalten möchte.

Na klar, in anderen Kirchen gibt es längst solche Kästen. Aber darum geht es nicht. Es geht um die eine einmalige Erinnerung, die ich für mich festhalte, weil ich damit mein ganz persönliches Gedankentraining mache. Ich glaube an das Gute. Und dafür brauche ich die Erinnerung an gute Erfahrungen.

Und weil das so persönlich ist, kann nur jede und jeder von uns für sich selbst die guten Erfahrungen und guten Erinnerungen wach halten um den Glauben an das Gute zu stärken. Dazu lädt uns jedenfalls der 103. Psalm ein: … vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat.
 

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