Sie sind hier: Home » Konfirmanden


Unsere Konfigruppe hat eine Story in der Bibel gefunden, die könnte heute spielen. Eine Umarmung zur Begrüßung? Seit wir uns vor Corona schützen müssen, soll das nicht sein. Manchmal muss man sich gegenseitig daran erinnern. Manchmal fällt es schwer, einem lieben Menschen nur auf Abstand nahe zu kommen.

Maria Magdalena ist eine der ersten, die Jesus nach der Auferweckung trifft. Aber alles ist anders. Alles ist fremd. Sie erkennt ihn zuerst gar nicht. Sie denkt, da geht der Gärtner. Da spricht Jesus sie an und Maria Magdalena erkennt: Du bist es, Jesus! Sie möchte ihn umarmen, ihn berühren. Aber Jesus sagt: Berühre mich nicht!

Eine neue Zeit hat begonnen. Es ist nicht mehr so wie früher. Maria Magdalena kann Jesus nicht nahe sein, wie früher. Sie kann ihn nicht festhalten. Sie kann die alte Zeit nicht festhalten. Auch das klingt in Jesu Worten mit: Klammere dich nicht an mich!



Die KonfirmandInnen haben sich überlegt, was in Maria Magdalena in diesem Moment wohl für Gedanken aufkommen:

Es ist echt komisch, Jesus nicht anfassen zu dürfen!

Als wäre eine Barriere dazwischen, die man nicht durchdringen kann.

Als wären wir gar nicht im Garten, sondern schon im Himmel.

Als würde er sich auflösen oder noch einmal sterben, wenn ich ihn anfasse.

Wieso darf ich ihn nicht festhalten? Ich habe immer alles getan und an ihn geglaubt.

Er gab mir doch die Hoffnung zurück und jetzt ist es er, der sie mir wieder nimmt!

Ich verstehe das nicht, ich fühle mich allein gelassen, sogar betrogen.

Er ist wieder da, aber eigentlich auch nicht.

Ist das zu verstehen?



Er sagt, er geht zum Vater. Aber er ist doch hier! Will er uns im Stich lassen?

Ich habe getrauert und gelitten und ich dachte, wenn er aufersteht, wie er es gesagt hat, würde er mir das Leid nehmen. Doch das tut er nicht.

Warum plötzlich so distanziert, so abweisend, so kalt?

Ist es nicht schlimm genug, dass plötzlich alles anders ist, nichts wie gewohnt?

Ich möchte ihn festhalten. Ich möchte die Vergangenheit festhalten! Alles umklammern, nicht loslassen und nun muss ich doch alles loslassen, was mir wichtig und heilig war!

Loslassen lernen… Weil es weiter geht in eine Richtung, die ich heute noch nicht kenne. Zum Vater, hat er gesagt. Wo auch immer das ist… Es klingt wie ein Ort, der gut sein wird.



Wenn alles anders ist, müssen auch wir auf vieles verzichten, was uns vorher vertraut und wichtig war. Wir müssen loslassen lernen. Aber das ist nicht der Untergang, sondern der Übergang in eine neue Zeit.