Home - Kirche-in-burg.de

Direkt zum Seiteninhalt
„Als Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannte wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen. Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.“

 
Es gibt Dinge in der Bibel, die sind merkwürdig, schwer zu verstehen oder zumindest sehr rätselhaft. Der Begriff „Menschenfischer“ zum Beispiel ist komisch oder sogar gruselig.

 
Die Geschichte erzählt uns, dass Jesus das zu Fischern sagt. Er spricht also nicht die Schriftgelehrten, die Rabbis oder die Priester im Tempel an, um Leute einzuladen, ihm zu folgen.

 
Jesus geht dahin, wo das ganz normale Leben stattfindet. Arbeiten, Fische fangen, verkaufen, Erfolge haben, Misserfolge erleben. Wir wissen zum Beispiel von Petrus, dass es auch Nächte gab, in denen er nichts gefangen hat.

 
Petrus und Andreas waren gerade dabei, ihre Netze ins Wasser zu werfen. Sie fischten. Wortwörtlich sagt Jesus zu ihnen: Ich will euch zu Fischern der Menschen machen. Daraus hat Luther gemacht: Ich will euch zu Menschenfischern machen. Aber ich finde, das ist nicht das gleiche. „Fischer der Menschen“ muss nicht bedeuten, dass sie von nun an Menschen fischen. Sondern „Fischer der Menschen“ kann heißen:

 
Ihr seid und bleibt Fischer und werdet darüber hinaus ein Vorbild für viele Menschen sein. Ihr seid „die Fischer“ für die Menschen.

 
Das würde auch erklären, warum sie ihm so spontan folgen. Es geht nicht darum für alle Zeiten Arbeit und Familie zu verlassen, um Jesus zu folgen. Sondern sie folgen ihm in diesem Moment. Sie wollen sehen, was Jesus meint. Was Jesus ihnen für ihr Leben geben kann. Was ihre Arbeit für ihn so wichtigmacht.

 
Und da gibt es etwas, was Jesus offensichtlich bei Petrus und Andreas und kurze Zeit später bei Johannes und Jakobus beobachtet hat. Was von ihrer Arbeit berichtet wird, hat mit den Netzen zu tun. Petrus und Andreas werfen ihre Netze aus, sie gebrauchen ihre Netze. Johannes und Jakobus flicken ihre Netze gerade. Die ersten, die Jesus anspricht, sind Netzwerker!

 
Als würde Jesus damit sagen: ihr versteht es, eure Netze zu nutzen. Ihr seht, wo eure Netze kaputt gehen, und setzt die Netze wieder in Stand. Deshalb seid ihr die Fischer für die Menschen, die uns zeigen können, wie wichtig gute Netzwerke sind! Vernetzt euch mit den Menschen, seid Netzwerker, knüpft untereinander lebendige Netze.

 
Jesus würde heute vielleicht sagen: Ihr seid ein Teil in einem großen Netz, das damals anfing mit den ersten Fischern. Nutzt dieses Netz für euch, es stiftet Verbindung, Gemeinschaft, gibt Halt, kann mich auch mal auffangen.

 
Und seid Netzwerker! Wo es vielleicht Risse bekommen hat, guckt, ob ihr es reparieren wollt. Knüpft Beziehungen, gebt das Netz nicht auf, auch wenn es an manchen Stellen deutliche Spuren seines Alters zeigt. Bei Jesus mit seinen ersten Jüngern fing es an. Es ist an uns, das Netz weiter zu knüpfen und damit die Verbindung lebendig zu halten.
 
 
 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt